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Titel
99er Regimentsmarsch
Kategorie
Blasorchester/HaFaBra
Unterkategorie
Strassenmarsch
Besetzung
Ha
(Blasorchester)
Besetzungsart/Infos
MBF
(Marschbuch-Format)
Format/Umfang
DirStm
(Direktionsstimme und Stimmen)
Verlags-Artikelnr.
20
Komponist
Hunyaczek, Richard
Arrangeur
Kornherr, Anton
Schwierigkeitsgrad
2
Zusatzinfo/Inhalt
Der „99er Regimentsmarsch“ entstand 1914. Richard Hunyaczek, Kapellmeister des 99. Infanterieregiments, widmete ihn dem Regimentskommandanten Oberst Otto Herzmansky. Das Trio greift mit einem patriotischen Text die Identität und Standorte des Regiments auf. Anton Kornherr bearbeitete den Marsch später für Blasorchester. Das Werk dokumentiert die Verbindung zwischen Regimentsgeschichte, Militärmusik und musikalischer Erinnerung.
(© musicainfo.net)
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Programmnotizen:
• Der 99er Regimentsmarsch von Richard Hunyaczek
Die Geschichte des „99er Regimentsmarsches“ ist eng mit dem Ausbau der österreichisch-ungarischen Infanterie und der Militärmusik verbunden. Im Jahr 1860 wurde die Zahl der k.u.k. Infanterieregimenter von 60 auf 80 erhöht. Weitere Regimenter mit den Nummern 81 bis 102 kamen in den frühen 1880er Jahren hinzu. Ihre Aufstellung wird häufig mit 1883 in Verbindung gebracht; die Regimenter 81 bis 102 waren jedoch bereits 1881 errichtet worden.[1][2]
Das Infanterieregiment Nr. 99 gehörte zu dieser Erweiterung. Für das Jahr 1914 sind Wien und Znaim als Standorte seiner Bataillone verzeichnet.[2] Wie andere Regimenter verfügte es über eine eigene Militärkapelle. Diese begleitete nicht nur militärische Anlässe und Aufmärsche, sondern trat auch bei Konzerten auf. Regimentsmärsche verbanden damit repräsentative Aufgaben mit dem musikalischen Wirken eines Klangkörpers im öffentlichen Leben.
• Richard Hunyaczek und die Entstehung des Marsches
Richard Hunyaczek war Kapellmeister des 99. Regiments. 1914 komponierte er den „99er Regimentsmarsch“ und widmete ihn dem Regimentskommandanten Oberst Otto Herzmansky.[3] Die Widmung stellte einen persönlichen Bezug zwischen dem Werk und der militärischen Führung des Regiments her. Zugleich entsprach sie einer verbreiteten Praxis: Märsche wurden einzelnen Regimentern, Kommandanten oder militärischen Persönlichkeiten zugeordnet.
Der Marsch ist als Werk der österreichisch-ungarischen Militärmusik seiner Zeit zu betrachten. Die Regimentsbezeichnung im Titel machte die Zugehörigkeit unmittelbar kenntlich. Auch die Überlieferung des Stückes verweist auf die Verbindung von Musik und militärischer Identität: Eine zeitgenössische Klavierausgabe zeigte Herzmansky auf dem Titelblatt. Bereits 1915 war der Marsch zudem in Konzertprogrammen anderer Kapellen zu finden.[4] Er blieb somit nicht auf den Gebrauch durch die Kapelle des 99. Regiments beschränkt.
• Das Trio und der Regimentsbezug
Im Trio, dem kontrastierenden Mittelteil eines Marsches, wurde dem Werk ein patriotischer Text unterlegt. Er beginnt mit den Worten „Hoch Neunundneunzig! Tapfres Regiment!“ und nennt Wien und Znaim als Orte, an denen das Regiment beheimatet war.[4] Damit greift der Text den Titel und die Standorte des Verbandes auf. Die Verbindung von Marschmusik und Gesangstext verstärkte den Bezug zum Regiment und machte das Stück auch für ein Publikum außerhalb des militärischen Rahmens verständlich.
Die Textunterlegung ist ein historisches Merkmal des Werkes. Sie sollte im heutigen Aufführungskontext gemeinsam mit der Entstehungszeit betrachtet werden: Der Marsch entstand 1914, im Jahr des Beginns des Ersten Weltkriegs, und transportiert neben dem musikalischen auch einen zeitgebundenen patriotischen Ausdruck.
• Bearbeitung für Blasorchester
Später wurde der „99er Regimentsmarsch“ von Anton Kornherr für Blasorchester bearbeitet. Die Katalogangaben führen Hunyaczek als Komponisten und Kornherr als Bearbeiter.[5] Eine solche Bearbeitung richtet das Werk auf die Besetzung eines Blasorchesters aus und ermöglicht seine Aufführung durch Ensembles, die nicht der ursprünglichen Regimentskapelle angehören.
Die Bearbeitung ist von der Komposition zu unterscheiden: Die musikalische Urheberschaft des Marsches liegt bei Hunyaczek, während Kornherr die für das Blasorchester bestimmte Fassung verantwortet. So konnte das Werk in das Repertoire ziviler Blasorchester übergehen und in einer Besetzung weiterleben, die an die heutige Aufführungspraxis anschließt.
• Der „99er Regimentsmarsch“ dokumentiert mehrere Ebenen der österreichisch-ungarischen Militärmusik. Er verweist auf die Erweiterung und Organisation der Infanterie, auf die Rolle der Regimentskapellen und auf die Verbindung von musikalischem Repertoire und militärischer Identität. Die Widmung an Oberst Otto Herzmansky und der Text im Trio verankern das Werk konkret in der Geschichte des 99. Regiments. Seine spätere Verbreitung und die Bearbeitung für Blasorchester zeigen, wie Regimentsmusik über ihren ursprünglichen Zweck hinaus Bestand haben kann. Der Marsch ist damit sowohl ein Zeugnis seiner Entstehungszeit als auch ein Teil des überlieferten Repertoires für Blasorchester.
Text: © musicainfo.net (KI)
Quellen/Sources:
[1]
Liste der österreichisch-ungarischen Militärverbände — Infanterieregimenter
[2]
Militärmusikfreunde — Die Infanterie
[3]
99er Regimentsmarsch
[4]
Anzenberger — „99er Regiments-Marsch“ von Richard Hunyaczek
[5]
Musikverlag Kliment — 99er Regimentsmarsch
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